Ich lebe in einem Werkzeugschrank. Und ganz unten, in der dunkelsten, unerreichbarsten Ecke liege ich, die Flachzange.
Hab ja schon lange nichts mehr geschrieben. Ich sag nur: Depression, Depression. Aber nun gut, mal weg von meinen psychischen Leiden zum seit langen überfälligen Post:
Für alle User mit einem lahmen Draht zum Rest der Welt. Wenn ihr mal wieder über eure tarifgebundene 10-GB-Flatrate für Euren Web-Stick von O2, 1&1, Telekom oder anderen Anbieter gekommen seit und Euch mit GPRS-Geschwindigkeit durchs World Wide Web quält, hier ein kleiner Tipp: Eurer Rechner erfasst diese Web-Verbindung extra. Meine, das ganze läuft nicht ausschließlich über das für den Web-Stick zugehörige Programm wie in meinem Fall von O2 den "Mobile Partner Manager". Nein! Wart Ihr erst einmal mit diesem oder jenem Programm im Netz, findet Euer PC auch ohne Zugang, zumindest solange der Stick angesteckt bleibt. Meiner Erfahrung nach laden Seiten wesentlich schneller als mit. Scheinbar schluckt das Programm ne ganze Menge an Daten selbst und lahmt die Verbindung um so mehr, so dass es meist wie gefreezt wirkt.
Also: Stick ran, Programm an, Internet darüber starten und ein Homenetzwerk oder Internetverbindung erstellen.
Meine Anleitung ist vielleicht nicht gerade verständlich - bin kein Lehrer und auch nicht vom Fach -, aber wer es genauer wissen möchte, oder wer ned durchscheint, kann ja bei mir nachhaken.
Okay, erster Post seit Monaten, wenn nicht sogar seit über ein Jahr. Und das wars auch schon. TATA!!!
ArtisteyeLive
In diesem Blog sind einfachste bis sinnloseste Gedankensprünge meines Kopfs enthalten, wie sie kommen und gehen=)
Posts-Info
Der Autor versichert, dass die auf ArtisteyeLive geposteten Texte nicht autobiographisch zu sehen sind und es sich um erfundene Geschichten und Begebenheiten handelt.
Mittwoch, 18. April 2012
Dienstag, 15. November 2011
Die Luft war kalt und scharf wie Rasierklingen. Ich fuhr mit dem Fahrrad auf Arbeit. Lieber hätte ich beim Arzt meines Vertrauens gesessen und mich krankschreiben lassen, aber den besaß ich nicht. Durch die Klingen, die ich einatmete, spürte ich nicht viel vom Rauch meiner Fluppe, dessen brennendes Ende vom Fahrtwind getrieben, den Fingern immer näher kam. Am vorherigen Tag liefen nur die Überlebenden einer Katastrophe auf der Straße. Eine Handvoll armer Überlebender auf der Suche nach Futter. Und dann, am nächsten Tag, musste ich mich durch die Massen drängen. Nur Gott weiß, wo die den Tag zuvor gewesen waren. Auf Arbeit angekommen, stieß man mir eine Bowling-Kugel an den Kopf.
"Na, bist du nicht aus dem Bett gekommen", sagte Gröj, der vorm Rechner saß und sein Brötchen fraß und wie jeden Tag eine Krümelspur hinterließ. Ich war vorbereitet. Im Kopf spielte ich die Szenen und Sätze durch, die ich ihm sagen würde. Und als es soweit war, stand ich nur da und hatte alles vergessen. Also sagte ich: "Ja, wurde gestern etwas spät. Hab eh nichts zutun!"
"Wie meinste das", fragte er und spannte über die Monitorkante, wie ich mich auszog.
"Gott", dachte ich, "ist der schwer von Begriff", und sagte, dass ich ins Leere laufe, dass man mich vor etwas setzt und ich ohne Infos daraus was machen soll. Ich sagte: "Gröj, ich bin nicht Jesus, ich kann aus Wasser kein Wein und aus Scheiße kein Gold machen." Ich sah ihn an, mein Herz klopfte. Kurz dachte ich darüber nach: "Ob, man das sieht?" Doch es schien mein voller Ernst zu sein. Ich sagte: "Lass uns gleich darüber reden, vorher mache ich mir aber einen Kaffee."
"Okay."
Jemand kochte Kaffee, ich dankte ihm und ging zurück zu Gröj. "Fresssack"!!!
"Wollen wir in der Küche reden", fragte ich.
"Nein, das können wir hier machen."
Das war ein Angebot von mir, denn ich wollte ihn nicht vor den Eklis zur Schnecke machen.
"Na gut", sagte ich und schlürfte meinen Kaffee. "Das Problem ist einfach, dass ich ins Leere laufe. Das war mit dem Flyer so und geht mit dem Text für die Internetseite weiter. Es wäre etwas anderes, wäre nicht schon alles so geschmacklos. Ihr setzt mich vor einen Haufen Scheiße und gebt mir den Auftrag, das Kartenhaus weiterzubauen? Verstehst du?" Er hat mich die ganze Zeit angeschaut, hat mir zugehört, das fand ich gut. Und Gröj sagte: "Aber es sollte dir klar sein, das ist eine Probearbeit für dich."
"Ja, weiß ich."
"Das heißt: Wir müssen erst einmal sehen, was du kannst, in welchen Produktionsbereich du dich am besten machst. Ein Kennlernprozess, okay?
"Hm, aber das ist die dritte Woche. Wie lange dauert so ein Kennlernprozess denn? Zwei Monate?
"Nein, das dauert nicht so lange, aber bisher war es noch nicht ganz klar ... "
"Was war nicht klar? Acht Stunden am Tag, vierzig in der Woche. Vielleicht: zwei Stunden produktives Arbeiten und der Rest ist planloses Dahinvegetieren. Ich meine, es ist nicht schwer mich zu überfordern, aber zu unterfordern? Das hätte mir einer vor zwei Wochen sagen sollen, den hätte ich ausgelacht."
"Ehr glaube ich, dass du überfordert bist. Fängst eine Sache an und beendest sie nicht." Ich blicke zur Tastatur. "Ja, mag sein, stimmt schon."
"Das, was du hier bisher gemacht hast, das war gut. Es mangelt dir an Wissen, was die Programme betrifft, aber das ist kein Problem. Das kann ich dir beibringen. Es muss nicht immer alles neu und anders sein. Auf erster Linie sollte es gut sein."
"Und überforderte Kunden sind gut?"
"Wieso überfordert?"
"Der Flyer, den du gemacht hast! Das ist nicht gut und nicht einfach, der ist schlecht. Und vor allem peinlich. Da setze ich meinen Namen darunter und alle Welt lacht mich aus. Oder was?"
"Warum sollte man dich auslachen?"
"Mein Flyer, meine Schande. Dein Flyer, deine Schande. Mit einer schlechten Vorlage kann keiner was anfangen. Zumindest nicht, wenn der Typ, der die Vorlage bot, hinter einem steht und dir seine Vorstellung aufdrückt."
"Na, bist du nicht aus dem Bett gekommen", sagte Gröj, der vorm Rechner saß und sein Brötchen fraß und wie jeden Tag eine Krümelspur hinterließ. Ich war vorbereitet. Im Kopf spielte ich die Szenen und Sätze durch, die ich ihm sagen würde. Und als es soweit war, stand ich nur da und hatte alles vergessen. Also sagte ich: "Ja, wurde gestern etwas spät. Hab eh nichts zutun!"
"Wie meinste das", fragte er und spannte über die Monitorkante, wie ich mich auszog.
"Gott", dachte ich, "ist der schwer von Begriff", und sagte, dass ich ins Leere laufe, dass man mich vor etwas setzt und ich ohne Infos daraus was machen soll. Ich sagte: "Gröj, ich bin nicht Jesus, ich kann aus Wasser kein Wein und aus Scheiße kein Gold machen." Ich sah ihn an, mein Herz klopfte. Kurz dachte ich darüber nach: "Ob, man das sieht?" Doch es schien mein voller Ernst zu sein. Ich sagte: "Lass uns gleich darüber reden, vorher mache ich mir aber einen Kaffee."
"Okay."
Jemand kochte Kaffee, ich dankte ihm und ging zurück zu Gröj. "Fresssack"!!!
"Wollen wir in der Küche reden", fragte ich.
"Nein, das können wir hier machen."
Das war ein Angebot von mir, denn ich wollte ihn nicht vor den Eklis zur Schnecke machen.
"Na gut", sagte ich und schlürfte meinen Kaffee. "Das Problem ist einfach, dass ich ins Leere laufe. Das war mit dem Flyer so und geht mit dem Text für die Internetseite weiter. Es wäre etwas anderes, wäre nicht schon alles so geschmacklos. Ihr setzt mich vor einen Haufen Scheiße und gebt mir den Auftrag, das Kartenhaus weiterzubauen? Verstehst du?" Er hat mich die ganze Zeit angeschaut, hat mir zugehört, das fand ich gut. Und Gröj sagte: "Aber es sollte dir klar sein, das ist eine Probearbeit für dich."
"Ja, weiß ich."
"Das heißt: Wir müssen erst einmal sehen, was du kannst, in welchen Produktionsbereich du dich am besten machst. Ein Kennlernprozess, okay?
"Hm, aber das ist die dritte Woche. Wie lange dauert so ein Kennlernprozess denn? Zwei Monate?
"Nein, das dauert nicht so lange, aber bisher war es noch nicht ganz klar ... "
"Was war nicht klar? Acht Stunden am Tag, vierzig in der Woche. Vielleicht: zwei Stunden produktives Arbeiten und der Rest ist planloses Dahinvegetieren. Ich meine, es ist nicht schwer mich zu überfordern, aber zu unterfordern? Das hätte mir einer vor zwei Wochen sagen sollen, den hätte ich ausgelacht."
"Ehr glaube ich, dass du überfordert bist. Fängst eine Sache an und beendest sie nicht." Ich blicke zur Tastatur. "Ja, mag sein, stimmt schon."
"Das, was du hier bisher gemacht hast, das war gut. Es mangelt dir an Wissen, was die Programme betrifft, aber das ist kein Problem. Das kann ich dir beibringen. Es muss nicht immer alles neu und anders sein. Auf erster Linie sollte es gut sein."
"Und überforderte Kunden sind gut?"
"Wieso überfordert?"
"Der Flyer, den du gemacht hast! Das ist nicht gut und nicht einfach, der ist schlecht. Und vor allem peinlich. Da setze ich meinen Namen darunter und alle Welt lacht mich aus. Oder was?"
"Warum sollte man dich auslachen?"
"Mein Flyer, meine Schande. Dein Flyer, deine Schande. Mit einer schlechten Vorlage kann keiner was anfangen. Zumindest nicht, wenn der Typ, der die Vorlage bot, hinter einem steht und dir seine Vorstellung aufdrückt."
Samstag, 9. Juli 2011
Dirty
Gestellte Fratzen. Aufgesetztes Äußeres.
Ich habe mich angemeldet, meinen Namen genannt, meine Straße, Geburtsdatum und Anliegen. Hab mich informiert, interessiert und plamiert.
Am nächsten Tag öffne ich einen überfüllten Briefkasten voller Werbebroschüren: SGD, ILS, weiterkommen mit Bildung usw. Zurück in der Wohnung. Hab's aufgerissen und Fratzen angestarrt, Coverboys und -gilrs. Ich sehe in die Augen fremder Burschen und hübscher Frauen. Die haben es geschafft. Sind jetzt Kaufleute, Bänker, Bürotiere im Bürozoo, näher am perfekten Leben als ich es je war. Blitzblank gestriegelt. Perfektsitzendes Haar, perfektes Lächeln und blendend weiße Zähne. Fehlt nur noch der kleine Schriftzug: Geputz mit Oraldent.
Bevor ich mich von diesem Monument vollkommener Menschen hinreisen lasse, frage ich mich, ob ich so sein möchte.
Ein Coverboy. Eine Reklame. Ein gestelltes Grinsen mit Vorbildfunktion.
Ja, ja, das möcht ich, irgendwie, irgendwann. Möchte mehr sein oder gar ein anderer Mensch. Nur nicht mehr ich.
Gleich anmelden und abschicken und dann heißt's: warten.
Tage später:
Das Geld wurde bereits abgehoben. Sind schnell, wenn's um's Geld geht. Habe noch keine Post.
Die brauchen einfach länger, sind sicher mein Geld im Puff versaufen. Kann ich verstehen, würd ich auch tun.
Kohle für's Briefmarkenanlecken und Abschicken. Leicht verdient. Nach getaner Arbeit gleich zum "Roten Horizont" mit Dirty Sanchez, Rodrigues und Houdini die Zeit vertreiben. Muss ein schönes Gefühl sein, alles in der Hand zu haben. Derweil wartet irgendwo einer mit sich selbst auf die Unterlagen.
Houdini täuscht an, schlägt zu. Hat ihr nicht gefallen. Aber Sanchez, ja, Sanchez hat den Dreh raus. Mit einem gezielten rechten Haken und einem Trubel. Das hat die Welt noch nicht gesehen.
Die Post war da, hat den Umschlag mit den ersten Aufgaben oder Informationen oder was weiß der Geier für Zeugs drin nicht durch die kleine Kastenluke bekommen und ihn einfach oben draufgelegt.
Zurück in der Wohnung. Hab's aufgerissen.
Keine Fratzen. Schlicht und einfach, weiß auf Schwarz.
Nach der dritten Seite bereue ich's. Ich verstehe nur Bahnhof.
Stopp and Go auf der Bildungstraße.
Dafür, dass ich nichts verstehe, bezahle ich nun jeden Monate über einhundertsechsig Euro und das 36-mal. Der Vertrag ist bindend. Aussteigen is' nich. Lernen geht nich. Bezahlen muss ich.
Ich habe mich angemeldet, meinen Namen genannt, meine Straße, Geburtsdatum und Anliegen. Hab mich informiert, interessiert und plamiert.
Am nächsten Tag öffne ich einen überfüllten Briefkasten voller Werbebroschüren: SGD, ILS, weiterkommen mit Bildung usw. Zurück in der Wohnung. Hab's aufgerissen und Fratzen angestarrt, Coverboys und -gilrs. Ich sehe in die Augen fremder Burschen und hübscher Frauen. Die haben es geschafft. Sind jetzt Kaufleute, Bänker, Bürotiere im Bürozoo, näher am perfekten Leben als ich es je war. Blitzblank gestriegelt. Perfektsitzendes Haar, perfektes Lächeln und blendend weiße Zähne. Fehlt nur noch der kleine Schriftzug: Geputz mit Oraldent.
Bevor ich mich von diesem Monument vollkommener Menschen hinreisen lasse, frage ich mich, ob ich so sein möchte.
Ein Coverboy. Eine Reklame. Ein gestelltes Grinsen mit Vorbildfunktion.
Ja, ja, das möcht ich, irgendwie, irgendwann. Möchte mehr sein oder gar ein anderer Mensch. Nur nicht mehr ich.
Gleich anmelden und abschicken und dann heißt's: warten.
Tage später:
Das Geld wurde bereits abgehoben. Sind schnell, wenn's um's Geld geht. Habe noch keine Post.
Die brauchen einfach länger, sind sicher mein Geld im Puff versaufen. Kann ich verstehen, würd ich auch tun.
Kohle für's Briefmarkenanlecken und Abschicken. Leicht verdient. Nach getaner Arbeit gleich zum "Roten Horizont" mit Dirty Sanchez, Rodrigues und Houdini die Zeit vertreiben. Muss ein schönes Gefühl sein, alles in der Hand zu haben. Derweil wartet irgendwo einer mit sich selbst auf die Unterlagen.
Houdini täuscht an, schlägt zu. Hat ihr nicht gefallen. Aber Sanchez, ja, Sanchez hat den Dreh raus. Mit einem gezielten rechten Haken und einem Trubel. Das hat die Welt noch nicht gesehen.
Die Post war da, hat den Umschlag mit den ersten Aufgaben oder Informationen oder was weiß der Geier für Zeugs drin nicht durch die kleine Kastenluke bekommen und ihn einfach oben draufgelegt.
Zurück in der Wohnung. Hab's aufgerissen.
Keine Fratzen. Schlicht und einfach, weiß auf Schwarz.
Nach der dritten Seite bereue ich's. Ich verstehe nur Bahnhof.
Stopp and Go auf der Bildungstraße.
Dafür, dass ich nichts verstehe, bezahle ich nun jeden Monate über einhundertsechsig Euro und das 36-mal. Der Vertrag ist bindend. Aussteigen is' nich. Lernen geht nich. Bezahlen muss ich.
Montag, 2. Mai 2011
Hallo Leute, ich möchte etwas über diesen Blog und dessen Inhalte sagen.
Mir wurde letztlich unterstellt, ich sei ein Frauenfeind, ein Arschloch und noch einiges mehr. All das aufgrund eines oder mehrere Texte, die ich hier veröffentlicht habe. Deshalb werde ich ein paar Sätze zu diesen Beschuldigungen sagen:
!. Natürlich steckt in jedem Text ein wenig Persönliches. Ich säße vor einem weißen Papier müsste ich mir alles aus den Fingern saugen und schließlich bin ich nicht Steven King. Allerdings sind all die autobiographischen Inhalte, welche auch immer das sein sollen, weitaus schlimmer und dramatischer dargestellt, als sie es in Wirklichkeit sind. Schreiben soll neben dem Frust, der einem zum Schreiben bringt, auch etwas spaß machen. Das würde es aber nicht, gäbe ich nur das wieder, was ich wirklich empfunden oder erlebt habe. Nur weil ich in einem Text etwas anspreche oder einer Figur, die nicht immer ich selbst sein muss, eine festgelegte, unabänderliche Meinung verpasse, muss es nicht bedeuten, dass ich die Meinung so oder ähnlich vertrete. Wer würde sich ein Buch kaufen, wo alles und jeder genau dem flachen und langweiligen Schema der wirklichen Welt entspricht? Wenn ich eine Problem mit einer Frau habe, schreibe ich es übertrieben dargestellt und nicht so harmlos, wie es vielleicht war. Das ist halt meine Art. Deswegen bin ich doch noch kein Arschloch.
2. Wenn sich jemand von einen oder mehreren Texten negativ angesprochen fühlt, dann sollte er sich einen Moment zurücklehnen und darüber nachdenken, dass es bestimmt auch genauso viele gibt, denen er gefällt, weil der Text sie positiv anspricht.
3. Zu guter letzt ist es jedem selbst überlassen, was er in seinem Blog schreibt. Wenn es jemanden nicht gefällt, dann soll er die Seite schließen und sich eine neue suchen, die ihn positiv anspricht. Ich bleib dabei: Meine Sprache, meine Gedanken, meine Art sie festzuhalten.
Mit bester psychologischer Analyse von Marla Singer, die mich anhand dieser Texte zum Arschloch degradierte. Dir auch vielen Dank=P
!. Natürlich steckt in jedem Text ein wenig Persönliches. Ich säße vor einem weißen Papier müsste ich mir alles aus den Fingern saugen und schließlich bin ich nicht Steven King. Allerdings sind all die autobiographischen Inhalte, welche auch immer das sein sollen, weitaus schlimmer und dramatischer dargestellt, als sie es in Wirklichkeit sind. Schreiben soll neben dem Frust, der einem zum Schreiben bringt, auch etwas spaß machen. Das würde es aber nicht, gäbe ich nur das wieder, was ich wirklich empfunden oder erlebt habe. Nur weil ich in einem Text etwas anspreche oder einer Figur, die nicht immer ich selbst sein muss, eine festgelegte, unabänderliche Meinung verpasse, muss es nicht bedeuten, dass ich die Meinung so oder ähnlich vertrete. Wer würde sich ein Buch kaufen, wo alles und jeder genau dem flachen und langweiligen Schema der wirklichen Welt entspricht? Wenn ich eine Problem mit einer Frau habe, schreibe ich es übertrieben dargestellt und nicht so harmlos, wie es vielleicht war. Das ist halt meine Art. Deswegen bin ich doch noch kein Arschloch.
2. Wenn sich jemand von einen oder mehreren Texten negativ angesprochen fühlt, dann sollte er sich einen Moment zurücklehnen und darüber nachdenken, dass es bestimmt auch genauso viele gibt, denen er gefällt, weil der Text sie positiv anspricht.
3. Zu guter letzt ist es jedem selbst überlassen, was er in seinem Blog schreibt. Wenn es jemanden nicht gefällt, dann soll er die Seite schließen und sich eine neue suchen, die ihn positiv anspricht. Ich bleib dabei: Meine Sprache, meine Gedanken, meine Art sie festzuhalten.
Mit bester psychologischer Analyse von Marla Singer, die mich anhand dieser Texte zum Arschloch degradierte. Dir auch vielen Dank=P
Donnerstag, 14. April 2011
ArtisteyeLive präsentiert "Deutschland sucht die super Schoko-Nuss"
Man muss sie einfach lieben. Sie sind klein, bunt, süß und ab und zu völlig entstellt. Die Rede ist von dem bunden Dickmacher und Knabberspaß der dragierten Schocko-Erdnuss. Wer sich hin und wieder mal gerne gehen lässt, weiß von was ich rede. Denkt Ihr nicht manchmal auch: "Die sollte ich photographieren, aber wem soll ich die denn zeigen?" Natürlich mir! Ich setze Eure Nuss in Szene.Wer die größte oder verrückteste Schoko-Nuss hat, gewinnt.
Macht ein Bild und Schickt Eure Nüsschen einfach an folgende E-Mail:
dsds.schokonuss@googlemail.com
und meldet Euch einfach auf
http://dsds-schokonuss.blogspot.com/
zur Wahl an. Viel Spaß!
So wie sie sein sollte, nur mit Bauch und `nem Typen an der Seite
Auf der Treppe fiel mir ein zusammengefaltetes Papier auf, ich zögerte nicht eine Sekunde, hob es auf, analysierte es in der Geschwindigkeit eines Hochleistungsprozessors und steckte es in meine Jackentasche. Gott, ich fand noch nie einen Schein, vielleicht ein paar Cents zwischen Bezügen gequetscht, die aus den Taschen ihrer Besitzer fielen, aber noch nie einen Schein. Ich rechnete mir kurz vor diesem Fund meinen Kontostand aus. Ich hatte noch kein Online-Banking und musste mir so den Weg zur Sparkasse machen, aber dazu hatte ich eigentlich nie wirklich Lust. Diese fünf Euro, dachte ich, sind fünf mehr als sonst. Ich schnappte mir eine Niedrig-Preis-Tüte, die auf dem Boden zwischen anderen lag und ging gleich darauf in die Kaufhalle, musste dann nur leider feststellen, dass ich so gut wie alles hatte. Auf Kaffee und Sahne hätte ich verzichten können und mein Deo lag ja auch irgendwo in meiner Bude rum, also was mach ich hier, dachte ich. Ich lief eine Weile umher, schaute in verschiedene Zeitschriften, las mir die Innhaltsstoffe von Hundefutter durch, schaute nach allem in meiner Preisklasseliegendem und entschied mich schlussendlich für zwei Sternburger, eine zuckerfreie Coca Cola, Granulatkaffee und einer Packung Milchpulver. Fünf Euro sollten dafür eigentlich reichen, dachte ich, aber nachzählen wollte ich nicht extra, da ich schon an der Kasse stand. Natürlich reichte es, vier Euro und ein paar Zerquetschte zahlte ich. Dann lief ich mit meiner Niedrig-Preis-Tüte nach Hause.
Diese ganze „lege deinen Penis vor der Lehrerin auf den Tisch Geschichte“ erinnerte mich an einen Freund. Es war so einer dieser letzten warmen Sommertage. Die Luft ein wenig kühl, das Sonnenuntergangsrot zeigte sich immer früher, aber bot ein jedem, der es sah, ein warmes Gefühl, wie zu Weihnachten Plätzchen, Tannenbäume, Schokolade oder ein Spaziergang über den Weihnachtsmarkt mit einer Tasse Glühwein vermochte, die Eiseskälte durch die Wärme von innen zu vergessen. An solch einen Tag bin ich also mit meinem Fahrrad zu einem Freund gefahren, der in einem Außenbezirk der Stadt wohnte. Wir hatten uns schon vor einer ganzen Weile ausgemacht, einen Tag etwas zusammen zu unternehmen, bei uns hieß das, vor der Konsole zu hocken, Bier zu trinken, viel zu rauchen. Seine Freundin war zu dieser Zeit im 5. oder 6. Monat und sie hatte schon ein ordentliches Bäuchlein. Sie sah uns gerne beim Blödeln zu, brachte sich in sinnlose Themen mit ein, spielte auf Mutti und machte uns leckere Tintenfischringe, für mich mit extra Ketchup. Ihre Anwesenheit war alles andere als störend. Daniel, so heißt mein Freund, und ich sind nicht die typischen Klischeetypen, die mit Frau keinen Spaß haben können. Ja, vielleicht wären wir es, aber nicht bei ihr, seiner Frau. Wenn sie nicht zwei Möbse auf ihrem Bauch balancieren könnte, während sie unserem Männergeschwätz lauscht und uns nebenbei noch mit Futter und Bier versorgen könnte, wäre sie wie alle andern Frauen und würde durch den Überschuss von Testosteron im Zimmer völlig ausrasten. Sie aber nicht, sie blieb ganz ruhig, lächelte und bediente uns. Der Tag wurde zur Nacht, der Mittag zum Abend. Daniel und mir kam es vor, als hätten sich die Tintenfischringe zusammengetan und würden unsere Speiseröhre hinaufklettern. Dazu kam das ständig Aufstoßen, welches durch die zahlreichen Schluckis hervorgerufen wurde. Uns war nicht gut, deshalb machten wir eine Pause. Wir setzten uns auf die Couch, so wie sich Männer ab einer bestimmten Menge Alkohol und Essen halt setzten und taten nichts, was für uns nun nicht wirklich problematisch war, da wir in diesen Bereich der Physik wahre Meister sind.
Kleiner Mann
Ich sollte mich an diesen Abend wieder einmal ärgern, über mich, über die Menschen, über alles.
Ich schlief aus, so weit man es ausschlafen nennen kann. Ich frag mich, was meine Generation darunter versteht und was die vorherige?
Ich saß ewig vor meinem Rechner, schaute Filme, wichste und versuchte, Kontakt zu wen auch immer aufzunehmen; ich versuchte es bei jedem. Irgendwann schaffte ich es Zottel ans Telefon zu bekommen.
Ich hänge zu oft mit ihm zusammen, mir wird inzwischen schlecht, wenn ich an ihn denke.
Ich fragte ihn, ob er zu mir einen Kaffee trinken kommt und wir danach – es war schön, die Sonne schien – mal zur Beisnitz laufen, um nach dem Hochwasser schauen. Eine Stunde später klingelte es an meiner Tür.
Meine Hände rochen nach meinen Eiern, die ich bis zu seinem Erscheinen massierte, während ich „Icy Tower“ spielte und einen Film schaute.
Ich ließ ihn rein, machte die Wohnungstür auf und setzte mich wieder auf meinen Platz vorm Rechner. Er kam rein, reichte mir die Hand und schloss hinter sich die Tür.
Wir verbrachten eine ganze Weile damit, einen neuen Icy-Tower-Rekord aufzustellen. Was wir noch machen wollten, hatte keiner vergessen: Kaffee trinken und Spazieren gehen, doch wir verloren uns in wesentlich sinnlosere Dinge, wie z. B. diesem kleinen Mann auf dem Monitor zu beobachten, wie er von Stufe zu Stufe springt und durch eine Combo mehrere mit einmal nahm. Ich musste mich noch duschen, wenigstens die Axeln und den Sack. Mein Körpergeruch litt unter meinem Schlafmangel, der mich die Woche immer zu verschlafen ließ.
Wenn man im früh eine Stunde zu spät aufwacht und denkt, das kann es ja wohl nicht sein, bleibt einem kaum noch genug Zeit, um sich für den Arbeitgeber eine Ausrede einfallen zulassen. Wann soll man sich da noch Waschen?
Wir sind noch nicht weit gekommen, aber schon zu weit entfernt und zu faul, vergessene Dinge nachzuholen. Meine Handschuhe lagen noch im Bad oder auf dem Schreibtisch oder Gott weiß, wo die lagen. Zottel zog, während ich über mich selbst schimpfte, mein Fernglas aus seiner Jackentasche. Einfach so, nicht einmal die Tasche für das Ding hatte er mitgenommen. Es war nicht mal meins, sondern das meines Vaters, der es mir hat großzügig ausgeliehen, damit ich sehe, ob es sich lohnen würde, ein eigenes zu kaufen. Dieser Arsch hat es einfach mitgenommen, ganz bewusst. Er dachte wohl, ich würde nein sagen, wenn er fragt. Also hat er mich hinterrücks ausgetrickst. Ich hätte mir das Ding schnappen sollen und es nach Hause bringen sollen. Ich fand es mies.
Diese ganze „lege deinen Penis vor der Lehrerin auf den Tisch Geschichte“ erinnerte mich an einen Freund. Es war so einer dieser letzten warmen Sommertage. Die Luft ein wenig kühl, das Sonnenuntergangsrot zeigte sich immer früher, aber bot ein jedem, der es sah, ein warmes Gefühl, wie zu Weihnachten Plätzchen, Tannenbäume, Schokolade oder ein Spaziergang über den Weihnachtsmarkt mit einer Tasse Glühwein vermochte, die Eiseskälte durch die Wärme von innen zu vergessen. An solch einen Tag bin ich also mit meinem Fahrrad zu einem Freund gefahren, der in einem Außenbezirk der Stadt wohnte. Wir hatten uns schon vor einer ganzen Weile ausgemacht, einen Tag etwas zusammen zu unternehmen, bei uns hieß das, vor der Konsole zu hocken, Bier zu trinken, viel zu rauchen. Seine Freundin war zu dieser Zeit im 5. oder 6. Monat und sie hatte schon ein ordentliches Bäuchlein. Sie sah uns gerne beim Blödeln zu, brachte sich in sinnlose Themen mit ein, spielte auf Mutti und machte uns leckere Tintenfischringe, für mich mit extra Ketchup. Ihre Anwesenheit war alles andere als störend. Daniel, so heißt mein Freund, und ich sind nicht die typischen Klischeetypen, die mit Frau keinen Spaß haben können. Ja, vielleicht wären wir es, aber nicht bei ihr, seiner Frau. Wenn sie nicht zwei Möbse auf ihrem Bauch balancieren könnte, während sie unserem Männergeschwätz lauscht und uns nebenbei noch mit Futter und Bier versorgen könnte, wäre sie wie alle andern Frauen und würde durch den Überschuss von Testosteron im Zimmer völlig ausrasten. Sie aber nicht, sie blieb ganz ruhig, lächelte und bediente uns. Der Tag wurde zur Nacht, der Mittag zum Abend. Daniel und mir kam es vor, als hätten sich die Tintenfischringe zusammengetan und würden unsere Speiseröhre hinaufklettern. Dazu kam das ständig Aufstoßen, welches durch die zahlreichen Schluckis hervorgerufen wurde. Uns war nicht gut, deshalb machten wir eine Pause. Wir setzten uns auf die Couch, so wie sich Männer ab einer bestimmten Menge Alkohol und Essen halt setzten und taten nichts, was für uns nun nicht wirklich problematisch war, da wir in diesen Bereich der Physik wahre Meister sind.
Kleiner Mann
Ich sollte mich an diesen Abend wieder einmal ärgern, über mich, über die Menschen, über alles.
Ich schlief aus, so weit man es ausschlafen nennen kann. Ich frag mich, was meine Generation darunter versteht und was die vorherige?
Ich saß ewig vor meinem Rechner, schaute Filme, wichste und versuchte, Kontakt zu wen auch immer aufzunehmen; ich versuchte es bei jedem. Irgendwann schaffte ich es Zottel ans Telefon zu bekommen.
Ich hänge zu oft mit ihm zusammen, mir wird inzwischen schlecht, wenn ich an ihn denke.
Ich fragte ihn, ob er zu mir einen Kaffee trinken kommt und wir danach – es war schön, die Sonne schien – mal zur Beisnitz laufen, um nach dem Hochwasser schauen. Eine Stunde später klingelte es an meiner Tür.
Meine Hände rochen nach meinen Eiern, die ich bis zu seinem Erscheinen massierte, während ich „Icy Tower“ spielte und einen Film schaute.
Ich ließ ihn rein, machte die Wohnungstür auf und setzte mich wieder auf meinen Platz vorm Rechner. Er kam rein, reichte mir die Hand und schloss hinter sich die Tür.
Wir verbrachten eine ganze Weile damit, einen neuen Icy-Tower-Rekord aufzustellen. Was wir noch machen wollten, hatte keiner vergessen: Kaffee trinken und Spazieren gehen, doch wir verloren uns in wesentlich sinnlosere Dinge, wie z. B. diesem kleinen Mann auf dem Monitor zu beobachten, wie er von Stufe zu Stufe springt und durch eine Combo mehrere mit einmal nahm. Ich musste mich noch duschen, wenigstens die Axeln und den Sack. Mein Körpergeruch litt unter meinem Schlafmangel, der mich die Woche immer zu verschlafen ließ.
Wenn man im früh eine Stunde zu spät aufwacht und denkt, das kann es ja wohl nicht sein, bleibt einem kaum noch genug Zeit, um sich für den Arbeitgeber eine Ausrede einfallen zulassen. Wann soll man sich da noch Waschen?
Wir sind noch nicht weit gekommen, aber schon zu weit entfernt und zu faul, vergessene Dinge nachzuholen. Meine Handschuhe lagen noch im Bad oder auf dem Schreibtisch oder Gott weiß, wo die lagen. Zottel zog, während ich über mich selbst schimpfte, mein Fernglas aus seiner Jackentasche. Einfach so, nicht einmal die Tasche für das Ding hatte er mitgenommen. Es war nicht mal meins, sondern das meines Vaters, der es mir hat großzügig ausgeliehen, damit ich sehe, ob es sich lohnen würde, ein eigenes zu kaufen. Dieser Arsch hat es einfach mitgenommen, ganz bewusst. Er dachte wohl, ich würde nein sagen, wenn er fragt. Also hat er mich hinterrücks ausgetrickst. Ich hätte mir das Ding schnappen sollen und es nach Hause bringen sollen. Ich fand es mies.
Alt+F4
Wenn man 8 Stunden auf einen Flimmerkasten starrt, wird man nachtblind. Die Straße scheint vernebelt. Du räumst dir eine Sicherheitszone ein, vorn 20, hinten 20, dein Kind wartet zuhause, vorn 10, hinten 10, es fängt an zu regnen, Geschwindigkeit drosseln. Du kneifst deine Augen zusammen, um die Ausfahrt nicht zu verpassen.
Fünf Tage in der Woche bist du dem Summen der Rechner, dem Auf- und Zuschieben der Aktenschränke und dem Gekicher deiner Kollegen ausgesetzt, arbeitest zwischen Ablagen und Kaffeekocher in einer kleinen, engen Büronische, sehnst dich nach Ruhe, nach Abwechslung. Wenn du Glück hast, feiert die obere Etage einen gelungen Clou, du bist nicht eingeladen, aber für Kaffee und Kuchen zuständig.
Mannheim, Hessen; Hessen, Mannheim und wieder von vorn. Mein Sohn, Lucas, blieb in der Umzugswoche daheim, Oma und Opa kümmerten sich rührend um ihn, beschrieben seine Festplatte, sein kleines Kinderhirn, mit unterschwelligen Botschaften. Du kommst nachhause und es erwartet dich (der) Grund. Dieser zwang dich zum Auszug und dann zum Umzug. Eltern. Du hast einen Sohn, einen Job und eine Wohnung und denkst, du ständest auf eigenen Beinen. Dein Sohn, das Spannungsnetz, der Informationsträger der Dinge, die dir deine Eltern nie ins Gesicht sagen würden. Nur weg von hier. Der kleine, noch zu klein, um das zu verstehen.
Ich klopfe bereits das fünfte Mal an die Scheibe des Förtners. Hey, ich brauch den Schlüssel, rufe ich, aber keiner reagiert. Die Blechtür mit dem Wellglas neben mir ist völlig verbeult, es mussten schon einige davor gestampft haben. Mit Rufen und Schreien kommt man hier nicht weit (bum, bum). Etwas bewegt sich auf dem Wellgas hin und her, wendet und dreht sich. Mach auf, schrei ich (bum, bum). Meine Arbeit blieb diese Woche auf der Strecke (bum), Umzug (bum), Clou (bum) und nun hab ich die Schnauze voll!
Wenn du deinen Soll nicht erreichst, wartet der Förtner auf dich, haben sie gesagt, in seinem winzigen Glashaus und du darfst Samstag erneut auf der Matte stehen. Ein spezielles Programm solle für mehr Intimität innerhalb der Firma sorgen. Ein eigenes Programm verhindere Heimarbeit, leere Büroräume. Du kannst deine Arbeiten nicht mit nachhause nehmen, entweder dein Computer stürzt ab oder er zeigt dir Error, Datei beschädigt an.
Der Schatten kommt näher, scheint auf mich zu reagieren. Die Tür öffnet sich und vor mir steht ein alter Mann mit grauem Haar. Ich brauche den Schlüssel, sage ich. „Was“, fragt er. Den Schlüssel, verdammt.
Im Laufe des Lebens werden die Zellen so grau und dünn wie das Haar. In diesem Alter werden sie einfach nicht mehr ersetzt. Nase und Ohren hingegen, wachsen mit der sinkenden Wahrnehmung weiter.
In seiner Ohrmuschel steckt ein silbernes Miniaturraumschiff. Taub, schwerhörig, kein Wunder. Können sie ihr Hörgerät lauter stellen, frage ich und zeige auf sein Ohr. Nein, schreit er, es ist kaputt! Ich nenne ihn einen grauhaarigen, tauben Greis, während ich an ihm vorbei in seine Kabine zum Schlüsselschrank laufe und den Schlüssel vom Haken nehme. Auf den Straßen, sage ich, laufen die Obdach- und Arbeitlosen rum, suchend nach einer Beschäftigung oder Wohnung und sie genießen hier ihre Rente. „Ah, der Schlüssel“, lächelt er. Mein Kopf platzt gleich.
Ich sitze in einem Geisterhaus alleine in meiner Büronische. Auf allen Gegenständen kleben kleine Sticker mit dem verlogenen Firmenslogan: „Wir leben, damit sie es können“. Ich frag mich, was ich hier überhaupt mache und für wen.
Du reagierst auf eines dieser Werbegewinnspiele auf Google. Du verschickst eine Lüge, preist alles Schlecht an, bis die Leute glauben, es wäre aus ehrlicher Handarbeit gefertigt, und wenn du Glück hast, erhältst du eine Tasse, ein Rucksack oder irgendein billiges Kunststoffding mit deinem Slogan darauf. Du weißt nicht, ob du damit Wale gerettet oder gekillt hast. Du weißt nicht, ob diese Firma nun Schlüsselanhänger oder Frischhaltefolien produziert. Du weißt nur, dass es dir egal ist, solange du dein Gewinn bekommst.
Ich sollte nur noch nachts Arbeiten, das schont die Augen. Wenn ich wieder aufwache, wird es Sonntag sein und ich werde ihn mit Arbeit und Schlafen verbringen. Keine Zeit für meinen Sohn.
Burn-out. So stand es in den meisten Foren. Du brauchst Ruhe. Das ist völlig normal in dieser Gesellschaft, bla, bla^^
Wenn man sich den ganzen Tag mit den Problemen andere auseinandersetzt, um seine eigenen lösen zu können, glaubst du am Ende an Gott.
Mandy-...: Ich war noch nie ein kräftiger Mensch, immer recht zierlich und optisch zerbrechlich. Könnte das was damit zutun haben?
Locke-76: Wenn du dich auf Arbeit einwenig zurücklehnst und Atemübungen machst, also meditierst, sollte es dir besser gehen. Du bekommst mehr Sauerstoff und ruhige Glieder.
Das meinen die zwar, aber wirklich Ahnung haben die auch nicht. Es ist sehr selten, dass ein richtiger Arzt am anderen Ende sitzt und dir wirklich sinnvolle Ratschläge gibt. Die meisten rattern ihre Hobbyärzteweisheiten runter und wollen schlau rüberkommen. Wikipedia, Doc und Com.
Luzii-23 kritisiert den Ratschlag von Locke-76 und das eigentliche Thema, „Es fing alles mit Kopfschmerz an“, wird einfach übersehen. Dann gibt es nur noch Zoff.
Luzii-23: Sorry, aber du laberst echt großen Mist. Meditation? Auf Arbeit? Im Stessfall?
Locke-75: ...
Fünf Tage in der Woche bist du dem Summen der Rechner, dem Auf- und Zuschieben der Aktenschränke und dem Gekicher deiner Kollegen ausgesetzt, arbeitest zwischen Ablagen und Kaffeekocher in einer kleinen, engen Büronische, sehnst dich nach Ruhe, nach Abwechslung. Wenn du Glück hast, feiert die obere Etage einen gelungen Clou, du bist nicht eingeladen, aber für Kaffee und Kuchen zuständig.
Mannheim, Hessen; Hessen, Mannheim und wieder von vorn. Mein Sohn, Lucas, blieb in der Umzugswoche daheim, Oma und Opa kümmerten sich rührend um ihn, beschrieben seine Festplatte, sein kleines Kinderhirn, mit unterschwelligen Botschaften. Du kommst nachhause und es erwartet dich (der) Grund. Dieser zwang dich zum Auszug und dann zum Umzug. Eltern. Du hast einen Sohn, einen Job und eine Wohnung und denkst, du ständest auf eigenen Beinen. Dein Sohn, das Spannungsnetz, der Informationsträger der Dinge, die dir deine Eltern nie ins Gesicht sagen würden. Nur weg von hier. Der kleine, noch zu klein, um das zu verstehen.
Ich klopfe bereits das fünfte Mal an die Scheibe des Förtners. Hey, ich brauch den Schlüssel, rufe ich, aber keiner reagiert. Die Blechtür mit dem Wellglas neben mir ist völlig verbeult, es mussten schon einige davor gestampft haben. Mit Rufen und Schreien kommt man hier nicht weit (bum, bum). Etwas bewegt sich auf dem Wellgas hin und her, wendet und dreht sich. Mach auf, schrei ich (bum, bum). Meine Arbeit blieb diese Woche auf der Strecke (bum), Umzug (bum), Clou (bum) und nun hab ich die Schnauze voll!
Wenn du deinen Soll nicht erreichst, wartet der Förtner auf dich, haben sie gesagt, in seinem winzigen Glashaus und du darfst Samstag erneut auf der Matte stehen. Ein spezielles Programm solle für mehr Intimität innerhalb der Firma sorgen. Ein eigenes Programm verhindere Heimarbeit, leere Büroräume. Du kannst deine Arbeiten nicht mit nachhause nehmen, entweder dein Computer stürzt ab oder er zeigt dir Error, Datei beschädigt an.
Der Schatten kommt näher, scheint auf mich zu reagieren. Die Tür öffnet sich und vor mir steht ein alter Mann mit grauem Haar. Ich brauche den Schlüssel, sage ich. „Was“, fragt er. Den Schlüssel, verdammt.
Im Laufe des Lebens werden die Zellen so grau und dünn wie das Haar. In diesem Alter werden sie einfach nicht mehr ersetzt. Nase und Ohren hingegen, wachsen mit der sinkenden Wahrnehmung weiter.
In seiner Ohrmuschel steckt ein silbernes Miniaturraumschiff. Taub, schwerhörig, kein Wunder. Können sie ihr Hörgerät lauter stellen, frage ich und zeige auf sein Ohr. Nein, schreit er, es ist kaputt! Ich nenne ihn einen grauhaarigen, tauben Greis, während ich an ihm vorbei in seine Kabine zum Schlüsselschrank laufe und den Schlüssel vom Haken nehme. Auf den Straßen, sage ich, laufen die Obdach- und Arbeitlosen rum, suchend nach einer Beschäftigung oder Wohnung und sie genießen hier ihre Rente. „Ah, der Schlüssel“, lächelt er. Mein Kopf platzt gleich.
Ich sitze in einem Geisterhaus alleine in meiner Büronische. Auf allen Gegenständen kleben kleine Sticker mit dem verlogenen Firmenslogan: „Wir leben, damit sie es können“. Ich frag mich, was ich hier überhaupt mache und für wen.
Du reagierst auf eines dieser Werbegewinnspiele auf Google. Du verschickst eine Lüge, preist alles Schlecht an, bis die Leute glauben, es wäre aus ehrlicher Handarbeit gefertigt, und wenn du Glück hast, erhältst du eine Tasse, ein Rucksack oder irgendein billiges Kunststoffding mit deinem Slogan darauf. Du weißt nicht, ob du damit Wale gerettet oder gekillt hast. Du weißt nicht, ob diese Firma nun Schlüsselanhänger oder Frischhaltefolien produziert. Du weißt nur, dass es dir egal ist, solange du dein Gewinn bekommst.
Ich sollte nur noch nachts Arbeiten, das schont die Augen. Wenn ich wieder aufwache, wird es Sonntag sein und ich werde ihn mit Arbeit und Schlafen verbringen. Keine Zeit für meinen Sohn.
Burn-out. So stand es in den meisten Foren. Du brauchst Ruhe. Das ist völlig normal in dieser Gesellschaft, bla, bla^^
Wenn man sich den ganzen Tag mit den Problemen andere auseinandersetzt, um seine eigenen lösen zu können, glaubst du am Ende an Gott.
Mandy-...: Ich war noch nie ein kräftiger Mensch, immer recht zierlich und optisch zerbrechlich. Könnte das was damit zutun haben?
Locke-76: Wenn du dich auf Arbeit einwenig zurücklehnst und Atemübungen machst, also meditierst, sollte es dir besser gehen. Du bekommst mehr Sauerstoff und ruhige Glieder.
Das meinen die zwar, aber wirklich Ahnung haben die auch nicht. Es ist sehr selten, dass ein richtiger Arzt am anderen Ende sitzt und dir wirklich sinnvolle Ratschläge gibt. Die meisten rattern ihre Hobbyärzteweisheiten runter und wollen schlau rüberkommen. Wikipedia, Doc und Com.
Luzii-23 kritisiert den Ratschlag von Locke-76 und das eigentliche Thema, „Es fing alles mit Kopfschmerz an“, wird einfach übersehen. Dann gibt es nur noch Zoff.
Luzii-23: Sorry, aber du laberst echt großen Mist. Meditation? Auf Arbeit? Im Stessfall?
Locke-75: ...
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