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Der Autor versichert, dass die auf ArtisteyeLive geposteten Texte nicht autobiographisch zu sehen sind und es sich um erfundene Geschichten und Begebenheiten handelt.

Mittwoch, 13. April 2011

Eine Schande


Ich bin eine Schande für meine Eltern; ich blättere in den alten „Beate Use Katalogen“, die ich meiner Mutter vor vielen Jahren aus der Ablage nahm und hole mir dabei einen runter. Ich bin das schwarze Schaf der Familie. Ein blondes Miststück hält einen riesigen, blauen Dildo in der Hand und schaut mit einem Mix aus Entsetzten und Erstaunen in die Kamera. Total daneben, mehr als bescheuert, aber wer will schon beim Wichsen nachdenken. Auf der letzten Seite wird für lebensgroße Barbiepuppen geworben. Große Jungs spielen auch mit Puppen, wenn es keine echten sind, dann die aus elastischen Material, irgendein Gummi, sehr hautnah, sehr getreu mit Liebe zum Detail angefertigt für Menschen wie mich. Zweitausend kostet die einfachste; diese hat dann kein Vibro-Ei, wie die kleinen Motoren mit Halbkreis genannt werden, diese zucken nicht, wenn man das Gummi in Erregung versetzt, diese stöhnen und schreien nicht, sie sind einfach nur da, hautnah. Man könnte sich den Play-Station-Controller nehmen und den kleinen Vibrationsmotor ausbauen, doch in welches Loch soll man ihn stecken? So könnte man Geld sparen. Wenn ich so eine Barbie hätte, kommt mir in den Sinn, käme ich gar nicht mehr raus, läge nur noch mit Barbie in meinem Bett und würde sie nehmen, von allen Seiten, von hinten, oral, verbal, kausal. Je länger ich darüber nachdenke, umso trauriger werde ich, denn ich kann mir selbst die billigste nicht leisten. Doch den Gedanken verdränge ich schnell wieder, ich denke nur noch an die hemmungslose Leidenschaft, ohne Angst, ohne Verzweiflung, ohne als Versager dazustehen. Die perfekte Alternative zur modernen Frau; die verhalten sich, als wären sie die Prinzessin auf der Erbse; die werden uns Männer eines Tages in Grund und Boden stampfen, da sie genau wissen, niemand kann ihnen etwas. Und wenn der Tag kommt, werden es die Männer sein, die schon immer gegen den Feminismus waren, die überleben, abgeschieden in einem verlassenen Dorf, als Kommune. Ich verfluche die Männer, die den Frauen Rechte gaben, die aufhörten, sie zu schlagen, durch die sich die Frauen einfach alles erlauben können, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Das mag für manch eine erschreckende Theorie sein, für andere klingt es bestimmt Frauenfeindlich, fast rassistisch. Mir egal, ich weiß am besten, was das besten wäre. 

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